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Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach besucht „Jagdliche Eigenbewirtschaftung Kellberg“ bei Passau
Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach besucht „Jagdliche Eigenbewirtschaftung Kellberg“ bei Passau
Die jagdliche Eigenbewirtschaftung als Alternative zur Verpachtung von Gemeinschaftsjagden spielt im Landkreis Passau eine immer wichtigere Rolle.
Am 27.Juli besuchten Waldbesitzer und angehende Jungjäger im Rahmen einer Infoveranstaltung der WBV diesen Vorreiter in Sachen Eigenbewirtschaftung.
Die Verantwortlichen vor Ort berichteten über die nicht tragbare Verbiss Situation in ihren Wäldern. Die enormen Wildschäden waren letztendlich der Hauptgrund für die Umstellung von der verpachteten Jagd hin zur Eigenbewirtschaftung. Anschaulich schilderten sie die Widerstände, die auf dem Weg zur eigenverantwortlichen Jagd überwunden werden mussten. Sie erklärten den Besuchern mit welchen jagdlichen Methoden die zumeist ortsansässigen, waldbesitzenden Jäger das Problem innerhalb weniger Jahre in den Griff bekamen.
Bei der ca. 2- stündigen Waldbegehung konnten sich die Teilnehmer vom Erfolg der Bemühungen überzeugen. Aus Naturverjüngung entstandene, baumartenreiche Jungbestände waren zu bestaunen. Ein Lichtblick, gerade bei den durch den Klimawandel verursachten Problemen für unseren Wald.
Foto 1Benra:

v. r. n-l.
1.Jagdvorsteher und Angestellter Jäger Sepp Fisch – stellvertretender Jagdvorsteher Ludwig Damberger - Christian Fischer AELF Passau Forstlicher Berater
Besichtigung zweier kontinuierlich gepflegter Jungbestandsflächen 02.08.2024
Besichtigung von zwei kontinuierlich gepflegten Jungbestandsflächen
Mühen und Erfolge -
Waldbesitzer berichten
Gemeinsam mit zwei engagierten Waldbesitzern wollen wir Jungbestandsflächen besichtigen, die von Beginn an gut gepflegt wurden.
Sie klären auf über ihre Bemühungen, vom Ausmähen über Fege,-und Verbissschutz etc.
Zeitaufwand, Kosten, Erfolge und Misserfolge werden geschildert und vor Ort begutachtet.
Über eine zahlreiche Teilnahme würden wir uns sehr freuen, da in Zeiten immer wiederkehrender Katastrophen fast jeder Waldbesitzer mit Aufforstungen im eigenen Wald konfrontiert ist.
Termin: Freitag. 02.08.2024
Zeit: 14 Uhr
Treffpunkt: Stampfing 5, 94575 Windorf „Franzlbauernhof“
EU-Entwaldungsverordnung – Online-Petition
Die EU-Entwaldungsverordnung soll an sich das Abholzen des Regenwalds vermindern. Sie bringt aber auch einen enormen bürokratischen Aufwand für heimisches Holz. Bislang hat die EU aber ihre eigenen Hausaufgaben nicht gemacht.
Im Probedurchgang zur EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sind rechtliche und technische Lücken deutlich zu Tage getreten. So zieht der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) eine Woche nach Ablauf des Testlaufs Bilanz.
Unverhältnismäßig hoher bürokratischer Aufwand
„Der Testlauf in den teilnehmenden Unternehmen der Säge- und Holzindustrie hat deutlich gezeigt, dass die Umsetzung der EUDR in der Praxis derzeit nicht möglich ist“, kommentiert DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus. Neben den fehlenden technischen Voraussetzungen, bestünden auch bei den inhaltlichen Vorgaben weiterhin offene Fragen. Der unverhältnismäßige hohe bürokratische Aufwand drohe zudem zu erheblichen Verwerfungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu führen.
„Wir appellieren daher an die Politik, die Rückmeldungen und Sorgen der Branche ernst zu nehmen und die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um eine rechtssichere und praktikable Umsetzung in einem ausreichenden Zeitrahmen zu gewährleisten“, so Möbius
Eine Onlinepetition will Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung stoppen. Experten warnen Waldbauern vor Bürokratiemonster.
Mit seiner scharfen Kritik an der EU-Entwaldungs-Verordnung steht Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), nicht alleine. Auch die Österreichs Holzindustrie lehnt zusammen mit sieben mittel- und osteuropäischen Partnerverbänden die Verordnung ab. Bis Ende des Jahres müssen die EU-Staaten die EU-Vorgaben umsetzen. Doch die haben es in sich. Daher gibt es inzwischen auch eine Online-Petition, um die Verordnung zu stoppen.
Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
MdL Meyer im Austausch mit der Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach
Waldbesitzer: „Wir wollen weiter Nutzholz produzieren und die Waldwirtschaft am Leben erhalten“
MdL Meyer im Austausch mit der Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach
Ortenburg/Landkreis Passau. Die Emotionen sind bei den Vertretern der Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach schnell hochgekocht, als es im Gespräch mit MdL Stefan Meyer um die Umsetzung des Lieferkettengesetztes und die damit verbundenen Konsequenzen für die heimischen Waldbesitzer ging.
Der CSU-Landtagsabgeordnete hatte sich viel Zeit genommen, um sämtlich Anliegen der Waldbesitzer aufzunehmen, um sie dann wiederum in seine Landtagsarbeit in München einfließen zu lassen – „auch wenn es größtenteils bundes- und europapolitische Themen sind, die uns drücken“, merkt Vorstand August Hasreiter an.
So ist die Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach ein Zusammenschluss von privaten, kommunalen und kirchlichen Waldbesitzern aus 22 Gemeinden des westlichen und südlichen Landkreises Passau. Ausschlaggebend für die Gründung in den 50er Jahren waren die schweren Schäden, die der Wald durch Kriegswirtschaft, Ablieferungszwang und die Borkenkäferkalamitäten damals erlitten hatte. „Wir haben mittlerweile ca. 2.500 Mitglieder mit einer Waldfläche von insgesamt über 11.000 Hektar, erklärt Hasreiter weiter. „Uns geht es um unser Holz und hier gibt es einige Entwicklungen, die uns Bauchschmerzen bereiten“, bittet er den Abgeordneten um politische Unterstützung.
„Wir wollen die Waldwirtschaft am Leben erhalten, aber es scheint, dass dies bundes- und europapolitisch nicht gewünscht ist“, kritisiert Gerhard Benra. Er ist seit nunmehr über 30 Jahren Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach – „was aktuell vor sich geht, wird den Waldbesitzern die Arbeit massiv erschweren. Die Vorhaben führen zum Teil ins Absurde“, spielt er unter anderem auf das von Europa auferlegte Lieferkettengesetz an. „In der Praxis bedeutet das für uns Waldbesitzer: Wenn ich einen Holzeinschlag tätigen möchte, muss ich ab 2025 die Geokoordinaten aufnehmen, die zu schlagende Holzmenge festhalten, einen Grundbuchauszug abgeben sowie eine Erklärung, dass der Holzschlag keine negative Auswirkung auf den Wald haben wird. Das alles geht dann nach Brüssel, von wo aus eine Referenznummer vergeben wird, die mich dann berechtigt das Holz zu schlagen und es anschließend in den Handel zu bringen“, erklärt Benra den Ablauf nach seinem derzeitigen Kenntnisstand. Ein Vorgang, der nach seiner Einschätzung in der Praxis nicht funktionieren werde: „Das ist viel zu kompliziert und dauert zu lange. Wir haben hier vorwiegend Kleinwald-Besitzer. Wie sollen die das leisten? Vor allem, wenn das Holz schnell aus dem Wald muss?“ Mit diesem Gesetz werde die Arbeit des Vereins unnötig verkompliziert, zudem würden die Kosten explodieren. „Der Schwachsinn gehört weg. Die Folge wird sonst sein, dass sich viele Waldbesitzer aus der Bewirtschaftung zurückziehen“, so auch Waldbesitzer Markus
Zwicklbauer, der stellvertretende Vorsitzende bei der Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach.
Auch das neue Bundeswald-Gesetz gestalte sich in der aktuellen Variante als realitätsfremd, was der Geschäftsführer am Beispiel der reformierten Rückegassen-Abstände darlegte: „Wir legen in unseren Beständen Rückegassen, sogenannte Fahrttrassen, an, um nicht flächig in den Wald zu fahren. Nach dem neuen Gesetz werden Gassenabstände unter 40 Meter jedoch verboten, was unsere Arbeit unmöglich macht“. Er hofft, dass das Bundesgesetz nochmals überarbeitet wird. In der jetzigen Form gleiche das Gesetz an verschiedenen Stellen einem Skandal und ziele darauf ab, den Wald so wenig wie möglich anzutasten – „das funktioniert für unseren ländlichen Raum aber nicht. Wir wollen Nutzholz produzieren“, sind sich die Waldbauernvertreter einig.
Insgesamt wünsche man sich seitens der politischen Entscheidungsträger mehr Praxisnähe. „Für uns stellt sich ab und an die Frage, ob die jemals einen Wald von innen gesehen haben und eine Vorstellung davon haben, wie hier gearbeitet wird“, so Gerhard Benra weiter.
Richtung Landespolitik gab er dem CSU-Landtagsabgeordneten mit auf den Weg, die energetische Nutzung von Holz nicht aus den Augen zu verlieren. „Das ist wichtig für uns. Wir sind nachwachsend. Wir sind gut – alles andere wäre desaströs.“
„Der heimische Wald liegt Ihnen am Herzen. Das merkt man deutlich und ich werde Ihre Anliegen in Landtag einfließen lassen und auch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zukommen lassen“, sichert MdL Meyer abschließend zu.

Foto (Stefanie Starke): (v. l.) stellvertretender Vorsitzender Markus Zwicklbauer, Vorstand August Hasreiter, MdL Stefan Meyer, Försterin Catrin Rehmund und Geschäftsführer Gerhard Benra.
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