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Lehrfahrt zum Forstbotanischen Versuchsgarten Grafrath und den Wäldern des Baron Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod

Am Samstag, den 24.08.2024 machten sich ca. 30 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zusammen mit dem Team der WBV und dem AELF-Förster Andreas Obermeier zu sehr früher Stunde auf den Weg nach Grafrath, zum Forstlichen Versuchsgarten. Dort wurde die Gruppe schon vom Bereichsleiter Forst des AELF Fürstenfeldbruck, Herrn Marc Koch, erwartet, der an diesem strahlend schönen Sommertag die Führung durch den Versuchsgarten übernahm.

Der erste und der dritte Vorstand der WBV bei einer kleinen Ruhepause
Die Entstehung des Forstlichen Versuchsgartens geht bis ins 19.Jahrhundert zurück. Sein Zweck war und ist, zu überprüfen, inwieweit sich fremdländische Baumarten für den Anbau bei uns eignen. Von der Baumhasel über Butternuss, Tulpenbaum, Bergmammutbaum, Libanonzeder, mandschurische Birke und noch unzähligen mehr (ca. 180 verschiedene Baumarten sind zu begutachten) konnten sich die Exkursionsteilnehmer fachkundig informieren lassen. Zwei kurzweilige und informative Stunden! Zum Abschluss zeigte Herr Koch das Hauptgebäude des Walderlebniszentrums, ein Holzbau mit außergewöhnlicher Architektur.

Auf der Terrasse des Gasthauses „Dampfschiff“ in Grafrath, direkt an der Amper gelegen, konnte die Gruppe sich mittags stärken.
Der nächste Exkursionspunkt lag etwa 20 Minuten Fahrtzeit entfernt, in den Waldungen des Barons Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod. Dieser erhielt 2023 den Staatspreis für Vorbildliche Waldbewirtschaftung. Seit vor über 30 Jahren Stürme seine fichtendominierten Waldbestände verwüsteten, betreibt Baron von Wiedersperg-Leonrod den Umbau seines rund 400 Hektar großen Waldbesitzes in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech. Sein Ziel: Sich selbst verjüngende klimaresistente Mischwälder. Dabei stellt die waldfreundliche Jagd seiner Meinung nach die größte Herausforderung dar. Die treibt er mit kontinuierlichem Einsatz und Aufwand voran, wovon auch die umliegenden Waldbesitzer profitieren. Seine Maxime: „Ohne waldfreundliche Jagd ist Waldumbau nicht möglich“
„Ferdl“, wie sich der Baron den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern vorstellte, erläuterte äußerst anschaulich und unterhaltsam seine Art der Waldbewirtschaftung. Er forderte seine Zuhörer immer wieder auf, an ihren Geldbeutel zu denken, in Zukunft mehr auf Naturverjüngung als auf Pflanzungen zu setzen und von den verantwortlichen Jägern mehr Einsatz zu fordern. Bei seiner Jagdhütte spendierte der Freiherr Getränke für alle und unterhielt die Runde mit Anekdoten über seinen „Kampf“ um den Wald.

In fröhlicher Stimmung nach diesen lehrreichen und amüsanten Stunden im Wald des Barons, startete die Gruppe in Richtung Ergolding, dem letzten Halt auf dieser Fahrt.

Im Gasthaus Betz in Oberglaim bei Ergolding konnten die sich die Teilnehmer nach diesem abwechslungsreichen Tag noch ein Bier und eine Brotzeit schmecken lassen.
Das Fazit dieser Lehrfahrt: Ein äußerst lehrreicher, ereignisreicher Tag, an dem Themen wie Klimawandel, Wald der Zukunft und Waldbewirtschaftung im Heute dominierten. Die vielen guten Gespräche, Lachen und die gute Verpflegung waren eine angenehme Zugabe!
Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach besucht „Jagdliche Eigenbewirtschaftung Kellberg“ bei Passau
Waldbesitzervereinigung Vilshofen-Griesbach besucht „Jagdliche Eigenbewirtschaftung Kellberg“ bei Passau
Die jagdliche Eigenbewirtschaftung als Alternative zur Verpachtung von Gemeinschaftsjagden spielt im Landkreis Passau eine immer wichtigere Rolle.
Am 27.Juli besuchten Waldbesitzer und angehende Jungjäger im Rahmen einer Infoveranstaltung der WBV diesen Vorreiter in Sachen Eigenbewirtschaftung.
Die Verantwortlichen vor Ort berichteten über die nicht tragbare Verbiss Situation in ihren Wäldern. Die enormen Wildschäden waren letztendlich der Hauptgrund für die Umstellung von der verpachteten Jagd hin zur Eigenbewirtschaftung. Anschaulich schilderten sie die Widerstände, die auf dem Weg zur eigenverantwortlichen Jagd überwunden werden mussten. Sie erklärten den Besuchern mit welchen jagdlichen Methoden die zumeist ortsansässigen, waldbesitzenden Jäger das Problem innerhalb weniger Jahre in den Griff bekamen.
Bei der ca. 2- stündigen Waldbegehung konnten sich die Teilnehmer vom Erfolg der Bemühungen überzeugen. Aus Naturverjüngung entstandene, baumartenreiche Jungbestände waren zu bestaunen. Ein Lichtblick, gerade bei den durch den Klimawandel verursachten Problemen für unseren Wald.
Foto 1Benra:

v. r. n-l.
1.Jagdvorsteher und Angestellter Jäger Sepp Fisch – stellvertretender Jagdvorsteher Ludwig Damberger - Christian Fischer AELF Passau Forstlicher Berater
Besichtigung zweier kontinuierlich gepflegter Jungbestandsflächen 02.08.2024
Besichtigung von zwei kontinuierlich gepflegten Jungbestandsflächen
Mühen und Erfolge -
Waldbesitzer berichten
Gemeinsam mit zwei engagierten Waldbesitzern wollen wir Jungbestandsflächen besichtigen, die von Beginn an gut gepflegt wurden.
Sie klären auf über ihre Bemühungen, vom Ausmähen über Fege,-und Verbissschutz etc.
Zeitaufwand, Kosten, Erfolge und Misserfolge werden geschildert und vor Ort begutachtet.
Über eine zahlreiche Teilnahme würden wir uns sehr freuen, da in Zeiten immer wiederkehrender Katastrophen fast jeder Waldbesitzer mit Aufforstungen im eigenen Wald konfrontiert ist.
Termin: Freitag. 02.08.2024
Zeit: 14 Uhr
Treffpunkt: Stampfing 5, 94575 Windorf „Franzlbauernhof“
EU-Entwaldungsverordnung – Online-Petition
Die EU-Entwaldungsverordnung soll an sich das Abholzen des Regenwalds vermindern. Sie bringt aber auch einen enormen bürokratischen Aufwand für heimisches Holz. Bislang hat die EU aber ihre eigenen Hausaufgaben nicht gemacht.
Im Probedurchgang zur EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sind rechtliche und technische Lücken deutlich zu Tage getreten. So zieht der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) eine Woche nach Ablauf des Testlaufs Bilanz.
Unverhältnismäßig hoher bürokratischer Aufwand
„Der Testlauf in den teilnehmenden Unternehmen der Säge- und Holzindustrie hat deutlich gezeigt, dass die Umsetzung der EUDR in der Praxis derzeit nicht möglich ist“, kommentiert DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus. Neben den fehlenden technischen Voraussetzungen, bestünden auch bei den inhaltlichen Vorgaben weiterhin offene Fragen. Der unverhältnismäßige hohe bürokratische Aufwand drohe zudem zu erheblichen Verwerfungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu führen.
„Wir appellieren daher an die Politik, die Rückmeldungen und Sorgen der Branche ernst zu nehmen und die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um eine rechtssichere und praktikable Umsetzung in einem ausreichenden Zeitrahmen zu gewährleisten“, so Möbius
Eine Onlinepetition will Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung stoppen. Experten warnen Waldbauern vor Bürokratiemonster.
Mit seiner scharfen Kritik an der EU-Entwaldungs-Verordnung steht Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ), nicht alleine. Auch die Österreichs Holzindustrie lehnt zusammen mit sieben mittel- und osteuropäischen Partnerverbänden die Verordnung ab. Bis Ende des Jahres müssen die EU-Staaten die EU-Vorgaben umsetzen. Doch die haben es in sich. Daher gibt es inzwischen auch eine Online-Petition, um die Verordnung zu stoppen.
Quelle: Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
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